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Parichard Holm

Maria: Hallo Parichard, 

du unterrichtest jetzt seit etwa einem halben Jahr Qigong im deen – wie bist du zu uns gekommen? 

Parichard: Ich habe im März 2017 hier als Langzeitvertretung für Ulf angefangen. Ihn kannte ich sozusagen aus der „Qigong-Vertretungsszene“. Als Ulf seinen Kurs dann schließlich abgegeben hat, habe ich ihn übernommen. Da ich aus privaten Gründen am Abend nicht regelmäßig unterrichten möchte, kam es mir sehr entgegen, dass der Kurs dann auf den Donnerstagmorgen verlegt wurde.

M: Du hast mir schon erzählt, dass du eher aus der Martial Arts-Richtung kommst. Kannst du da etwas mehr drüber erzählen? Wie war deine Entwicklung? Wann und wie bist du zum Qigong gekommen?

P: Ich war schon von klein auf sehr aktiv auf der körperlichen Ebene. Von meinem 6. bis zu meinem 12. Lebensjahr war ich Leistungsturnerin, habe seit ich 4 war auch Ballett gemacht und bin später dann zum Modern Dance gekommen. Meine Eltern waren sehr bewegungsfördernd, ich habe z.B. auch Tennis gespielt und vieles mehr. Mit 19 habe ich dann ein Designstudium begonnen, da gab es dann einen Break, weil ich mich auf die Uni konzentriert habe. Als ich 26 war, habe ich dann mit dem Qigong angefangen, was mich schon immer interessiert hatte.

M: Warum hattest du denn dieses spezielle Interesse am Qigong?

P: Es gab da diese Faszination, weil es diesen Kontakt zu meinen Herkunftsländern China und Thailand gibt und weil hinter dem Qigong eine ganz eigene Philosophie steckt, anders als ich das bis daher von meinen sportlichen Aktivitäten kannte. Jede Bewegung hat eine Bedeutung im Qigong und beruht auf philosophischen Prinzipien. Im Tanz z.B. sind die Bewegungen ja auch bedeutungsvoll, aber eben nicht mit so einem universellen Hintergrund. Das Qigong basiert auf dem Buch der Wandlung, dem I Ging – das ist eine Erklärung eines geistigen Bildes des Universums in Linien, Trigrammen und Hexagrammen, der Entstehung des Yin und Yang und ihrer Ausformung in die fünf Elemente. Hinter der Bewegung steckt also mehr, als das Auge sieht, das hat mich fasziniert. Ich habe dann auch bald mein erstes Zertifikat gemacht.

M: Wie und wo hast du dich ausbilden lassen? Unterrichtest du auch andere Inhalte?

P: Ja, ich unterrichte auch Tai Chi. Das habe ich später kennengelernt. Qigong und Tai Chi habe ich parallel bei Hong Thay Lee gelernt, einer der ersten, der überhaupt eine Tai Chi-Schule in Berlin gegründet hat, so vor 30 Jahren ungefähr. Tai Chi ist komplexer in den Bewegungsabläufen als Qigong, fördert stark die Koordination, die Balance und die Konzentration, weil man sich dabei komplexe Bewegungsabläufe merken muss.

Ich war von all dem sehr begeistert, weil ich gemerkt habe, wie sich bei mir persönlich einfach die Verbindung von Emotion und Denken stark stabilisiert, und ich wesentlich freudiger und gelassener meinen Alltag erleben konnte. Mit Qigong und Tai Chi eröffnete sich eine neue positive Perspektive in meinem Leben. Da habe ich dann beschlossen, den für mich persönlich besten Lehrer zu finden. Den habe ich in New York gefunden, das war 1999, da bin ich dann öfter für einige Wochen hingeflogen von Berlin und war seine Schülerin. In Amerika gibt es da ja so einen gewissen Vorsprung in vielen Sachen, die sind uns in manchen Dingen 30 bis 40 Jahre voraus. Mein Lehrer war Großmeister William C. Chen, das ist ein weltberühmter Meister im Tai Chi.

2002 bin ich dann aus privaten Gründen nach Los Angeles gezogen und habe dort viel Martial Arts und Qigong unterrichtet, im Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen – alles unter freiem Himmel natürlich! Die Amerikaner haben da insgesamt eine ganz andere Einstellung zum Thema Bewegung, die geben dafür mehr Geld aus und ziehen ihr Ding dann auch jahrelang durch. In dieser Zeit habe ich dann auch bei Seniorschülern von Mantak Chia weitergelernt, bei dem ich eine Bildungsreihe des `Universal Healing Qigong`lernte, sowie lernte ich weiter `Medizinisches Qigong an der Yo San University. 2000 – 2004 habe ich eine Ausbildung als Feng Shui-Beraterin abgeschlossen in Berlin und in Dortmund.

M: Wow, finde ich ja klasse, dass dein Interesse am Qigong so groß war, dass du bereit warst, so weit dafür zu reisen! Das klingt danach, als sei deine Ausbildung ein langer Prozess gewesen.

P: Ja, das war alles eine jahrelange Entwicklung, ein langer Lernprozess. Für mich ist das ein lebenslanges Lernen. Je mehr ich weiß, desto mehr Lernbedarf entdecke ich für mich. Qigong ist halt auch kein starres Konzept, es ist vielfältig und adaptiert sich nach Bedarf.

M: Für diejenigen, denen der Begriff „Qigong“ nichts sagt – was muss ich mir darunter vorstellen?

P: Qigong wurde vor circa 5000 Jahren von Mönchen entwickelt, die der daoistischen Philosophie anhingen. Es ist ein System, sich so zu bewegen, dass die Energien in einem harmonischen Fluss im Körper aktiviert werden. Wichtig ist dabei die Konzentration auf den Körper und ihn durch die Atmung mit neuem Qi zu füllen und den Geist zu beruhigen. Dadurch können innere Blockaden gelöst werden, der natürliche Energiefluss in den Meridianen wird wiederhergestellt. Ziel ist es, sich wohl zu fühlen, gesund zu sein und sich spirituell zu entwickeln. Die traditionelle chinesische Medizin entwickelte sich aus dem Qigong, was einst Neigong hieß.

Es gibt Millionen von Bewegungsformen und viele Richtungen im Qigong. Für mich sind vor allem drei davon wichtig, die ich in meinen Unterricht weitervermittle: Zum einen das Daostische Qigong, auch die Wassermethode genannt, das ist die ursprünglichste Form. Da geht es vor allem um fließende Atmung und fließende Bewegungen. Ich habe aber auch Buddhistisches Qigong im Repertoire, welches etwa 1500 Jahre später entwickelt wurde und Einflüsse aus dem Yoga und dem Pranayama hat. Da gibt es kräftigere Bewegungen und explosivere Atmung, und es wird mit Schwingungen von Heillauten gearbeitet. Und dann noch das Medizinische Qigong – das sind spezifische Bewegungsabläufe, die gezielt bestimmte Symptome heilen sollen und die auf bestimmte Körpervorgänge wie Verdauung oder Stoffwechsel Einfluss nehmen.

Das Konfuzianische Qigong soll den Geist anregen, vor allem in künstlerischer Hinsicht, Stichwort Kalligraphie und Poetik und so weiter. Damit kenne ich mich noch nicht so gut aus, da würde ich aber gerne mehr drüber lernen.

M: Das ist ja total interessant und wirklich sehr vielfältig. Wer sollte denn deiner Meinung nach Qigong machen?

P: Menschen, die das Bedürfnis haben nach Entschleunigung, und die die Erfahrung machen möchten, sich mit Ruhe und Gelassenheit von innen heraus zu stärken – sowohl energetisch als auch gesundheitlich. Menschen, die ein Interesse an Selbstheilung und Aktivierung haben.

M: Wie passt das Konzept von Qigong/Entspannungstraining für dich als Fachfrau ins Konzept vom deen? 

P: Im deen sehe ich, auch durch die Kooperation mit der Physiotherapiepraxis, eben auch diesen heilenden Aspekt, den das Qigong hat.

M: Da gebe ich dir völlig Recht, ich sehe das deen im Bereich Sporttherapie und daneben das mka Medizentrum mit der Physiotherapie!

 P: Ja genau, und Qigong und Tai Chi ergänzen dieses Angebot eben im Bereich der Entspannung, sozusagen der ruhigste Pol, was Aktivierung und Bewegung angeht, körperliche Bewegung unter dem Aspekt innere Energiearbeit. Ich erlebe euch hier im deen, dass ihr den Menschen so viele Werkzeuge wie möglich an die Hand geben wollt, um in die Gesundheit zu kommen. Und den Anspruch habe ich in meiner Arbeit halt auch, oder das wünsche ich mir jedenfalls, dass meine Schüler viel mitnehmen und es für sich anwenden können.

M: Stichwort „Selbstwirksamkeit“, das sehe ich genauso. Was ist denn so dein Tipp, was ist eine einfache Übung, die Menschen zuhause oder in ihrem Alltag machen können, um in die Entspannung zu finden?

P: Die Atmung ist das A und O. Einfach die eigene Atmung mal beobachten und sich mit ihr verbinden, bis tief hinunter ins Becken atmen und ganz regelmäßig ein- und ausatmen. Eine tiefe, feste Atmung massiert den Körper von innen, die Organe werden besser durchblutet, und sie beruhigt den Geist.

 M: Das ist ja wirklich eine einfache Übung, die jede und jeder machen kann – atmen! Finde ich toll. Zum Abschluss würde ich gerne noch mit dir über deine Arbeit hier im deen sprechen – dein Qigong-Kurs wird von unseren Mitgliedern ja richtig gut angenommen. Zu unserem letzten Kursspecial Ende Oktober hast du einen zweistündigen Workshop angeboten, der ebenfalls sehr gut besucht war. Kannst du etwas mehr darüber erzählen? 

P: Ja, das war toll, die Inhalte des Intensivworkshops bereiten wir jetzt in unseren Stunden noch nach und wiederholen viel, um die Erfahrungen zu vertiefen und die Schüler mit den Bewegungen zu verbinden. Dann können sie eben auch eigenständig Zuhause weiter üben. Auf der Basis des Workshops werde ich noch bis zum Ende des Jahres aufbauen können, die Teilnehmer finden das auch total gut. Inhaltlich ging es um das Kennenlernen der 12 Energietore im Oberkörper, die Grundmerkmale wie wir im Qigong stehen, wir haben verschiedene Atemtechniken geübt und uns mit den ersten sechs von 18 Bewegungsfolgen beschäftigt. Ich denke, dass wir bis zum Jahresende alle 18 Bewegungen gemacht haben werden. In meinem Kurs arbeite ich auch viel mit Meditationen, die Raum schaffen, damit die Teilnehmer sich mit ihren Emotionen verbinden und sie ausbalancieren können.

M: Liebe Parichard, ich danke dir, dass du dir die Zeit für dieses Gespräch genommen hast! Und wir freuen uns, dass du unser Team jetzt bereicherst! 

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